# Herzhaft statt süss: Lycopin, Protein und warum eine Suppe anders sättigt

> Tomaten sind verarbeitet wertvoller als roh - beim Lycopin ist das gut belegt. Was Gefriertrocknung damit zu tun hat und warum Kollagen nicht zwingend in ein Fruchtgetränk gehört.

Nahrungsergänzung ist erstaunlich süss geworden: Shakes, Riegel, Fruchtgetränke. Dabei gibt es einen zweiten Weg, der im Winter deutlich naheliegender ist - eine warme, herzhafte Tasse.

## Lycopin wird durch Verarbeitung besser verfügbar

Bei den meisten Pflanzenstoffen gilt roh als besser. Beim **Lycopin** der Tomate ist es umgekehrt. Gärtner, Stahl und Sies (1997) verglichen frische Tomaten mit Tomatenmark und fanden nach dem verarbeiteten Produkt deutlich höhere Lycopinspiegel im Blut. Zwei Gründe: Die Zellwände der Tomate sind zäh und geben das Carotinoid erst durch Verarbeitung frei, und die Hitze verschiebt einen Teil des all-trans-Lycopins in cis-Formen, die besser aufgenommen werden.

Dazu kommt die Fettabhängigkeit. Lycopin ist fettlöslich und braucht Lipide im Darm, damit es überhaupt in die Mizellen gelangt (Story et al. 2010).

## Was Gefriertrocknung mit der Matrix macht

Bei der Gefriertrocknung wird das Produkt eingefroren, danach geht das Eis unter Vakuum direkt in den Dampfzustand über. Es entsteht keine flüssige Phase und die Temperaturen bleiben niedrig. Ratti (2001) hat den Vergleich zur Heisslufttrocknung zusammengefasst: geringere thermische Belastung, besser erhaltene Struktur, deutlich bessere Rehydrierung. Die poröse Matrix nimmt beim Aufgiessen wieder Wasser auf, statt zu klumpen.

## Warum eine Suppe anders sättigt als ein Shake

Flood und Rolls (2007) liessen Teilnehmende vor dem Mittagessen eine Suppe essen - in verschiedenen Konsistenzen. Unabhängig von der Form reduzierte die Suppe die anschliessend aufgenommene Energiemenge deutlich, verglichen mit derselben Energiemenge in fester oder getrennter Form. Dahinter stehen mehrere Faktoren: das Volumen, die Wärme, die Esszeit, weil man löffelt statt trinkt.

Protein wirkt in dieselbe Richtung. Halton und Hu (2004) fassten die Datenlage zur höheren Sättigungswirkung von Protein gegenüber Kohlenhydraten und Fett zusammen.

## Kollagen in herzhafter Trägermatrix

Kollagenhydrolysat ist geschmacksneutral und hitzestabil genug, um in einer Suppe zu funktionieren. Für den Körper ist die Trägermatrix zweitrangig - entscheidend sind Peptide und Menge. Was sich ändert, ist der Einsatzort im Tag: nicht das Frühstücksglas, sondern der Mittag oder der Abend. Für Proteine allgemein gilt der zugelassene Claim, dass sie zur Erhaltung normaler Knochen beitragen. Für Kollagen als solches hat die EFSA keinen Health Claim zugelassen.

## Wie WOO® Tomatensuppe mit Kollagen aufgestellt ist

**[WOO® Tomatensuppe mit Kollagen](/de/shop/woo-tomatensuppe-kollagen)** basiert auf gefriergetrockneten Tomaten, dazu Kollagenhydrolysat, Zwiebeln, Karotten, Tomatenmark, Olivenöl, Butter, Knoblauch, Pfeffer, Salz und Erythrit. Olivenöl und Butter sind hier nicht nur Geschmack: Sie liefern das Fett, das Lycopin für die Aufnahme braucht.

Eine Portion von 50 g wird mit 300 ml heissem Wasser aufgegossen und liefert 162 kcal sowie 11.7 g Eiweiss. Der Salzgehalt von 1.24 g pro Portion gehört zur ehrlichen Angabe dazu - bei einer Suppe ist das erwartbar, sollte aber in die Tagesbilanz einfliessen. Die Packung enthält 4 Portionen. Hergestellt in der Schweiz.

## Häufige Fragen

**Ist das eine vollständige Mahlzeit?**
Mit 162 kcal ist es eine leichte Mahlzeit oder ein warmer Zwischengang. Wer daraus ein Mittagessen macht, ergänzt sinnvollerweise Brot, Gemüse oder eine weitere Proteinquelle.

**Geht Lycopin beim Aufgiessen verloren?**
Lycopin ist vergleichsweise hitzestabil. Empfindlicher reagiert es auf Licht und Sauerstoff - deshalb trocken, kühl und verschlossen lagern.

**Warum Kollagen in einer Suppe statt im Shake?**
Weil die Peptide dieselben bleiben, die Situation aber eine andere ist. Wer abends nichts Süsses mehr mag oder im Winter lieber etwas Warmes trinkt, hat damit eine Alternative.

## Quellen

Gärtner C, Stahl W & Sies H (1997), American Journal of Clinical Nutrition - Lycopene is more bioavailable from tomato paste than from fresh tomatoes.
Story EN et al. (2010), Annual Review of Food Science and Technology - An update on the health effects of tomato lycopene.
Ratti C (2001), Journal of Food Engineering - Hot air and freeze-drying of high-value foods: a review.
Flood JE & Rolls BJ (2007), Appetite - Soup preloads in a variety of forms reduce meal energy intake.
Halton TL & Hu FB (2004), Journal of the American College of Nutrition - The effects of high protein diets on thermogenesis, satiety and weight loss.

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