# Hydrolysat oder Tripeptid? Warum die Molekülgrösse beim Kollagen entscheidet

> Nicht die Menge Kollagen im Pulver ist entscheidend, sondern die Kettenlänge. Was Peptidforschung über Pro-Hyp und Tripeptide zeigt - und was die EFSA dazu erlaubt.

Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper - und das am schlechtesten verstandene im Supplement-Regal. Der entscheidende Punkt ist nicht, wie viel Kollagen im Pulver steckt, sondern in welcher Molekülgrösse. Genau dort trennt sich Marketing von Biochemie.

## Hydrolysat und Tripeptide: zwei Molekülgrössen, zwei Aufgaben

Natives Kollagen ist ein Riesenmolekül und für den Darm praktisch unpassierbar. Deshalb wird es enzymatisch zerlegt. **Kollagen-Hydrolysat** besteht aus Peptidketten mit einem Molekulargewicht von typischerweise 2'000 bis 5'000 Dalton. **Kollagen-Tripeptide** sind kürzer: Sie bestehen aus drei Aminosäuren, meist im Muster Gly-Pro-Hyp. Kürzere Ketten bedeuten weniger Abbauarbeit im Darm und eine schnellere Resorption über Peptidtransporter wie PepT1.

## Wie Kollagenpeptide im Blut ankommen

Iwai und Kollegen wiesen 2005 nach, dass nach dem Trinken von Gelatinehydrolysat messbare Mengen hydroxyprolinhaltiger Peptide im menschlichen Blut zirkulieren - vor allem **Pro-Hyp** und **Hyp-Gly**. Diese Di- und Tripeptide sind der eigentliche Wirkmechanismus, über den die Forschung diskutiert: Sie überstehen die Verdauung intakt und können in Zellversuchen die Aktivität von Fibroblasten beeinflussen, jenen Zellen, die neues Kollagen bilden. Yazaki und Kollegen zeigten 2017, dass die Aufnahme von Kollagen-Tripeptiden den Spiegel dieser Peptide im Blut stärker anhebt als reines Hydrolysat.

## Was die EFSA sagt - und was nicht

Hier braucht es Klartext: Die EFSA hat für Kollagen als solches keinen Health Claim zugelassen. Kollagen darf also nicht mit gesundheitsbezogenen Wirkversprechen beworben werden. Was bleibt, ist die sachliche Beschreibung: Kollagen ist ein natürliches Strukturprotein und Bestandteil von Haut, Knochen, Knorpel und Bindegewebe. Alles, was darüber hinausgeht, ist Studienlage - interessant, teils positiv, aber regulatorisch nicht als Claim anerkannt. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir eine Geschichte.

## Warum «ohne Aroma» ein funktionales Merkmal ist

Aromafreies Kollagen ist keine Sparversion, sondern eine Entscheidung mit Folgen. Ohne Aroma, Zucker und Süssungsmittel lässt sich das Pulver in alles einrühren: Kaffee, Porridge, Suppe, Smoothie. Die Zutatenliste bleibt bei zwei Positionen - für Menschen, die Süssungsmittel meiden, der pragmatischere Weg.

## Wie WOO® Kollagen Natur aufgestellt ist

**[WOO® Kollagen Natur](/de/shop/woo-kollagen-natur-can)** in der Dose enthält genau zwei Zutaten: Kollagen-Hydrolysat (87%) und Kollagen-Tripeptide (13%), beides aus Rind und aus Schweizer Produktion. Kein Zucker, keine Süssungsmittel, kein Aroma. Eine Portion von 15 g liefert 14 g Eiweiss bei 54 kcal, null Kohlenhydraten und null Fett - die Dose reicht für 30 Portionen.

Anwendung: einen Messlöffel (15 g) in 200 ml Wasser einrühren und trinken. Die Tagesmenge von einer Portion soll nicht überschritten werden. Der Messlöffel ist dabei der Vorteil der Dose: Du kannst einschleichen, wenn du magst. Vitamin C ist übrigens Cofaktor der körpereigenen Kollagensynthese - deshalb kombinieren viele Anwender **WOO® Kollagen Natur** mit einer Vitamin-C-Quelle. Hinweis: Das Produkt enthält Rind und ist für Veganer und Vegetarier nicht geeignet.

## Häufige Fragen

**Ist Kollagen-Tripeptid besser als Hydrolysat?**
Es ist kürzer und wird schneller resorbiert; Studien zeigen höhere Peptidspiegel im Blut. Ob daraus ein klinisch relevanter Unterschied wird, ist offen. Die Kombination beider Fraktionen deckt beide Kinetiken ab.

**Warum 15 g pro Tag?**
Studien arbeiten mit 2.5 bis 15 g täglich, je nach Endpunkt. 15 g liegt am oberen Ende der untersuchten Spanne und entspricht der vom Hersteller vorgesehenen Tagesportion.

**Kann ich Kollagen in heissen Kaffee geben?**
Ja. Hydrolysierte Peptide sind hitzestabil, ihre Kettenlänge ändert sich durch Kaffeetemperatur nicht mehr relevant.

## Quellen

Iwai K et al. (2005), Journal of Agricultural and Food Chemistry - Food-derived collagen peptides in human blood after gelatin hydrolysate ingestion.
Yazaki M et al. (2017), Journal of Agricultural and Food Chemistry - Collagen tripeptide intake increases collagen-derived peptides in blood.
Shigemura Y et al. (2009), Journal of Agricultural and Food Chemistry - Effect of prolyl-hydroxyproline on growth of fibroblasts from mouse skin.
EFSA NDA Panel (2010), EFSA Journal - Scientific opinion on health claims related to collagen hydrolysate.

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